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Fotos & Reisetipps: Paradise Rainforest Tree Houses, Costa Rica

Posted on February 28, 2014

TIPPS:

Unterkunft:

Wer sich nicht mit wilden Vogelspinnen ein Revier teilen möchte, für den wird unser Dschungelerlebnis im Paradise Rainforest nicht zu empfehlen sein – für echte furchtlose Abenteuerer aber sehr! Zwei Tage haben wir mit unserer Vogelspinnenfreundin friedlich zusammengelebt, aber dann war sie uns doch am dritten Tag nicht mehr ganz so geheuer und Christoph hat sie dann für mich mit einem 1,50m langen Stock vom Balkon geschubst. Natürlich haben wir über unserer Matratze von Roberto ein Mückennetz gespannt bekommen, aber ganz ehrlich: Ich wollte einfach nicht aufwachen, weil eine Vogelspinne an meinen Füßen kitzelt. Ich liebe Tiere, aber Insekten? Geht so. Daher habe ich in der ersten Nacht zur Belustigung von Christoph, Panik vor Insekten außen auf dem Mückennetz geschoben und meinen Mumienschlafsack zum Ganzkörperkondom erklärt – nur noch meine Nase und meine Augen waren sichtbar. Aber zum Glück habe ich mich die folgenden Nächte an die vielen Insekten gewöhnt und natürlich war es auch viel zu heiß für einen Schlafsack. Elektrisches Licht gab es keines. Fließendes Wasser wird direkt vom Fluss in ein Rohrsystem gepumpt. Beim Öko-Plumps-Klo habe ich auch nur darauf gewartet, dass mich früher oder später ein Tier in den nackten Hintern beißt – aber zum Glück war meine Fantasie wilder als die Absichten der Tiere. Im Dschungel ist es generell sehr laut in der Nacht – Vögel, Affen und Grillen schreien um die Wette. Jeder Münchner Spießbürger würde wohl die Polizei rufen, würde er nachts im Dschungel nur mit Mückennetz als Schutz übernachten müssen. Die Natur kennt eben keine aufgesetzten Ruhezeiten und ja die Paradise Rainforest Treehouses waren für uns beide ein ganz großartiges Naturerlebnis – mehr echter Dschungel in Costa Rica geht wohl nicht, auch wenn es nicht gerade leicht ist, dort hinzukommen. Wir waren einen ganzen Tag mit öffentlichen Busen unterwegs von Puerto Viejo de Talamaca bis Puerto Viejo de Sarapiqui, um dann mit einer abenteuerlichen Offroad-Pickup-Taxifahrt von einem 78-Jährigen endlich bei unserer Gastfamilie anzukommen. Rosa, Juan und ihre Söhne Roberto und Juan bewirtschaften Vorort das Land, sie bauen an was sie brauchen und handeln mit grünem Pfeffer. Alles, was dort steht und wächst ist in mühevoller Handarbeit der Familie entstanden.

Essen:

Rosa macht sehr leckeren Reis mit Bohnen. Allerdings was wir nicht wussten – in Costa Rica wird das jeden Tag gegessen. Reis mit Bohnen als Grundstock jeder Mahlzeit und dazu dann eine Beilage. Das kann nach drei Tagen zu einer Reis- und Bohnenübersättigung führen. Und jeden Tag zum Frühstück: Pfannkuchen mit Kaffee. Schwarz und mit sehr viel Zucker – Rosa hat sich sehr gewundert, dass wir den Kaffee lieber ohne Zucker wollten: “Das schmeckt doch nicht!”, hat sie immer wieder beteuert. Wir haben das erste Mal auf unserer Reise nicht selbst gekocht, das wäre auch nicht wirklich möglich gewesen. Die Treehouses sind nur mit einem Grill ausgestattet – den wir dafür genutzt haben, um die Monkey Pot Nuss zu rösten, die ein wenig an eine Mischung von Maroni und Salami schmeckt.

Aktivitäten:

Jeden Tag waren wir stundenlang mit Roberto im Dschungel unterwegs, haben wilde Dschungelfrüchte gegessen, mit Ton aus dem Fluss getöpfert, Vögel und andere wilde Tiere beobachtet und sehr viel über die Fauna und Flora in Costa Rica gelernt. Es waren sehr persönliche Spaziergänge, bei denen wir Hunderte von Fragen gestellt und mindestens genauso vielen Geschichten gelauscht haben. Kein Vergleich zu typischen Touri-Führungen in viel zu großen Gruppen.

Im Dschungel gelernt:

So wie bei Geo-Reportagen ist es nicht im Dschungel. Es springt definitiv nicht jede Minute ein neues gefährliches Tier aus dem Busch.

Fotos & Reisetipps: Bocas del Toro – Isla Bastimentos, Panama, Januar 2014

Posted on January 25, 2014

Unterkunft:

Von Panama Citys Bus Bahnhof Albrook sind wir für 27 $ pro Person mit dem Overnight-Bus nach Almirante gefahren, um mit einem kleineren Schnellboot für 6 $ nach Bocas City – dem Anlaufpunkt der Inselgruppe Bocas del Toro – überzusetzen. Bocas City hat uns sehr enttäuscht. Es ist ein kleine, sehr schäbige Stadt, mit vollgemülltem Park. Sicherlich ist Bocas City nur der Touristen-Umschlagplatz – für die meisten geht es dann weiter zu den umliegenden Ressorts. Wir haben eine Nacht im Coconut Hostel geschlafen. Unsere erste Wahl wäre Casa Verde gewesen, dieses Hostel sollte man aber bereits früh buchen. Das Coconut Hostel ist sicher in Ordnung – 15$ pro Nacht und Kopf. Allerdings schon – wie generell ganz Bocas – komplett überteuert. Wir haben Bocas von allen mit denen wir gesprochen haben wärmstens empfohlen bekommen, haben aber festgestellt, dass es nicht das war, was wir uns unter einer Insel vorstellen.

Essen:

Pancake-Frühstück gab es im Hostel – aber von ein bis zwei pro Person einkalkulierten Pancakes mit halber Banane wird man nicht wirklich satt. Wir haben versucht zu dem einheimischen Essensstand „El Beso del Dragon“ zu gelangen, zu dem wir mehr als eine halbe Stunde hingelaufen sind, der hatte aber Abends schon zu. Am Ende haben wir doch lieber – auch überteuert – Essen eingekauft und im Hostel zubereitet.

Aktivitäten:

Die Wahl wäre auf die Red Frog Beach gefallen – für 7$ pro Kopf mit dem Bus-Boot hin. Aus Neugierde haben wir an anderen Wasser-Taxi-Ständen nach dem Preis gefragt und uns dann aber für eine Fahrt nach Isla Bastimentos entschieden: Für 5$ pro Person. Der Taxifahrer warnte uns vor Dieben auf der Insel, ebenfalls ein der Polizist vor Ort. Wir hatten aber zuvor auf Airbnb die kleine Organic Farm „Up the Hill“ recherchiert und uns für das Risiko entschieden – zum Glück. In Bastimentos angekommen, sind wir ungefähr 20 Minuten einen kleinen Trampelpfad den Inselberg hochgelaufen und haben ein wunderschönes, kleines Zuhause des Argentinisch-Irischen Pärchens Janette und Javi gefunden. Sie vermieten auch zwei Logdes. Zu empfehlen für Reisende, die ein paar einsame Tage im Dschungel einer Insel suchen. Dort haben wir auch erfahren, dass ein amerikanischer Surfer seinen Rucksack mit 3000$ am Strand unbeobachtet während dem Surfen liegen gelassen hatte – jemand hat dann wohl die Gelegenheit ausgenutzt. Seitdem also der schlechte Ruf der Insel. Aber eigentlich ist sie nicht wirklich gefährlich. Wir sind dann ca. eine halbe Stunde von Up the Hill einen sehr abenteuerlichen Weg zur Wizzard Beach gewandert – ein perfekter, einsamer Surfspot, den wir uns mit nur ein paar wenigen Surfern geteilt haben. Danach war es wirklich der perfekte Abschluss frisch gemachte Limonade, Milchkaffee und selbst gemachte Schoko-Trüffel, wieder oben bei Up the Hill angekommen, zu genießen.

In Bocas gelernt:

Ein Ruf muss nicht die Realität sein. Reisen heißt tatsächlich vor allem, sich selbst ein Bild machen zu können.

Ist ein Ort schon von amerikanischen Touristen entdeckt worden, wird er meist überteuert und amerikanisiert sein.

Wer nichts von Wert bei sich trägt, dem kann auch nichts geklaut werden. Besitz macht eben doch unfrei.