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Kolumbien: Medellin – San Jéronimo – Cartagena – Playa Blanca – Medellin

Posted on April 10, 2016




TIPPS:


Christoph und ich beginnen unsere gemeinsame Reise dieses Mal nicht ab Deutschland, sondern in Medellin. Ich bin schon acht Tage vor ihm nach Kolumbien geflogen und habe bereits die Route Cali – Ipiales – Tulcan – Quito – Tulcan – Ipiales – Cali mit dem Bus hinter mir. Unerwartet komme ich einen Tag früher als geplant in Cali an, weil ich in Ipiales gerade noch einen Overnight Bus erwische und Christoph bucht mir darum ein neues Flugticket von Cali nach Medellin, damit wir einen Tag mehr zusammen verbringen können. Bei der Airline Viva Colombia sind Inlandsflüge sehr billig, darum kann man schon Mal einen Flug nicht wahrnehmen.


Unterkunft:


In Medellin gelandet, wartet Christoph zusammen mit Catalina – unsere Airbnb Gastgeberin – am Flughafen auf mich. Mit dem Auto fahren wir 40 Minuten von dort ins Viertel El Poblado, in dem wir wohnen werden. Wäre die Vegetation am Straßenrand nicht so übertrieben grün, ich hätte nicht das Gefühl in Südamerika zu sein. Die Straße vom Flughafen nach Medellin ist neu, genauso sind es die Häuser, Einkaufszentren und Restaurants, an denen wir vorbeifahren. El Poblado ist sehr modern und sehr westlich. Wahrscheinlich ganz gut, um sich sehr sanft auf diesen Kontinent einzustimmen. Allerdings hat dieses Viertel natürlich nicht besonders viel mit der Lebensrealität des größten Teils der Bevölkerung hier zu tun, sondern ist vor allem Auffanghafen für Touristen. Unsere Airbnb-Unterkunft ist aber so oder so perfekt und in El Poblado lässt es sich sehr gut leben – eben gehoben. Catalina und ihr Mann Oscar haben eine sehr geschmackvoll eingerichtete Wohnung, mit vielen Pflanzen, Kunst und der weißen Langhaarkatze Lulu. Oscar sammelt unter anderem Werke des 70-Jährigen Nonuya Indianers Abel Rodriguez; die Nonuya sind ein im kolumbianischen Amazonasgebiet ansässiger Stamm. Seine Bilder inspirieren mich sehr und erinnern mich an meine illustrierten Naturlexika, die ich als Kind geliebt habe. In gewisser Weise hat Abel Rodriguez auch eine Art Lexika erschaffen, mit seinem visuell umgesetzten Amazonaserfahrungsschatz.


Nach einer Nacht in El Poblado fahren wir ungefähr eine Stunde mit einem Uber bis San Jéronimo de Antioquia und dann noch Mal eine halbe Stunde mit einem Moto-Taxi die holprigen Bergwege hoch zum Hostal La Finca, das ca. zwei Stunden von Medellin liegt, vom Exil-Münchner Alexis Goede geführt wird und uns natürlich auch von Münchner Freunden empfohlen wurde. Zu Recht: La Finca ist ein abgelegenes Paradies, sogar mit kleinem Wasserfall in der Nähe. Wir wohnen zu zweit in der oberen Etage der Finca und genießen eine großartige Aussicht ins Tal, auf den Garten, den Pool und eine rießige Terrasse inklusive Hängematten und Katzenfreundin. Wir haben drei Nächte gebucht, was sich als viel zu kurz herausstellt. Zudem wir in der dritten Nacht um 3 Uhr früh zum Flughafen aufbrechen, um nach Cartagena de Indias zu fliegen.


In Cartagena angekommen, fahren wir direkt weiter an den Strand Playa Blanca der Isla Baru, der dem Internet nach der perfekte karibische Traumstrand ist; allerdings nicht (mehr) unbedingt eingehalten wird, was zahlreich versprochen wird. Unser Hostal La Canoa ist direkt am Meer und ganz in Ordnung, sehr pragmatisch, aber ein wenig ohne Zauber. Vorab waren wir informiert, dass wir pro Person pro Tag nur einen 5-Liter-Eimer Süßwasser zum Duschen haben werden. Erstaunlich, dass das auch vollkommen reichen kann. Das Meer ist türkis, der Sand weiß – wie auf den Fotos auf Google. Nur was im Internet nicht klar wird bzw. wir bei der Recherche überlesen haben müssen, war die Dichte an Strandverkäufern und Massagefrauen, die alle 15 Minuten etwas anzubieten haben. Und, dass Playa Blanca aufgeteilt ist: in privaten und öffentlichen Strand. Jedes Hostal hat ein eigenes Stück Strand, somit haben die Touristen immer sicher genug Platz, denn dieser wird an Sonn- und Feiertagen extrem knapp, denn dann kommt gefühlt ganz Cartagena nach Playa Blanca gepilgert. Drei Nächte Playa Blanca waren dann tatsächlich auch genug, obwohl ich mich zuvor bei Christoph beschwert hatte, weil wir meiner Meinung nach im Verhältnis zu wenig Strandzeit eingerechnet hatten.


In Cartagena übernachten wir über Airbnb im Patio de La Cruz, mit wunderbarer Dachterrasse und Palmeninnenhof, mitten in der Altstadt. Diese ist leider inzwischen extrem gentrifiziert und US-amerikanisiert, aber insbesondere für Liebhaber des kolumbianischen Schriftstellers Gabriel García Márquez sehenswert, da es eigens eine Tour Rund um die Schauplätze seines verfilmten Romans “Die Liebe in Zeiten der Cholera” gibt.


Die restlichen vier Tage, bevor Christoph wieder nach Deutschland fliegt, verbringen wir in einer Suite im Art Hotel Medellin, das nur zwei Straßen entfernt des berüchtigten Vorglühparks Parque Lleras liegt. Wir kaufen zwar Aguardiente Antioqueño (Anissschnaps), schaffen es dann aber einfach nicht, diesen im Park zu trinken, weil das Bett im Art Hotel das Bequemste ist, in dem wir jemals geschlafen haben und damit verlängertes Sonntagsgefühl aufkommt und wir nur für kleine Ausflüge und Essen das Hotel verlassen.


Essen:


So richtig richtig ist bei mir nur bei La Cevicheria in Cartagena Wiederholungsbedarf hängengeblieben. Obwohl dieses Restaurant für Touristen ausgelegt ist, hat alles sehr, sehr gut geschmeckt und es hat einfach alles gestimmt. Generell gibt es in Kolumbien in den großen Städten internationale Küche, allerdings hat uns da nichts so richtig überzeugt, weil natürlich immer irgendetwas improvisiert war, zum Beispiel Salatmischung in der Ramen Suppe statt frischer Kräuter. Wobei es natürlich nicht der Sinn der Sache ist, Ramen oder Sushi in Kolumbien zu essen, aber im Gegensatz zu Mexiko und dem Essen dort, haben wir doch beide ziemlich schnell genug gehabt von den kolumbianischen “Arepas con Huevo”, fritierten “Empanadas” und den mit Fleisch überladenen Gerichten; auch, wenn man diese natürlich probieren sollte. Aber so richtig jeden Tag, wie viele der Einheimische hier? Musste für uns nicht sein. Darum haben wir hin und wieder Burgerladen oder Italiener aufgesucht und waren sogar vor lauter Sehnsucht in Medellin in der Bar Frankfurt. Letztere war auch sehr gut, aber natürlich nicht sehr kolumbianisch. Für Vegetarier und Liebhaber der gesunden Küche lohnt sich ein Besuch des Restaurants Verdero in El Poblado, sehr leckeres Essen, schöne Umgebung. Limonada de Coco und insgesamt alle frischen Säfte wie Ananassaft, Morasaft oder Mandarinensaft werde ich vermissen, nirgends sind diese so gut wie in Südamerika. Das kolumbianische Bier wie Club Colombia oder Agial ist auch sehr trinkbar, Wein dagegen eher schwierig.


Aktivitäten:


Bei unserem La Finca-Aufenthalt, sind wir an einem Tag in der früh um acht Uhr mit einem Nachbarn von Alexis einundhalb Stunden ausgeritten. Auf Pferden in den kolumbianischen Bergen unterwegs zu sein, war wie eine kleine Zeitreise. Sehr entschleunigend, naturverbunden und endlich ohne laute Motorengeräusche.


In Playa Blanca haben wir nachts eine Leuchtplankton-Tour mitgemacht. Eine sehr magische Erfahrung, im dunklen Meer zu schwimmen und bei jeder Bewegung das Wasser floureszieren zu sehen.


In Medellin haben wir im Museo de Antioquia neben den Werken Boteros noch viele Arbeiten internationaler Künstler im Rahmen der MDE15 angeschaut, hier war so vieles interessant und inspirierend, das wir ohne es zu merken, mehr als vier Stunden im Museum verbracht haben. Sehr sehenswert sind auch die Rolltreppen der Comuna13, denn von dort oben hat man einen fantastischen Ausblick auf Medellin.


In Kolumbien gelernt:


Die meisten Kolumbianer feiern Pablo Escobar im Gegensatz zu Netflix nicht und das Internet ist nicht mehr der beste Ratgeber für Geheimtipps, insbesondere nicht, wenn es um Reisen geht.



Fotos & Reisetipps: Bocas del Toro – Isla Bastimentos, Panama, Januar 2014

Posted on January 25, 2014

Unterkunft:

Von Panama Citys Bus Bahnhof Albrook sind wir für 27 $ pro Person mit dem Overnight-Bus nach Almirante gefahren, um mit einem kleineren Schnellboot für 6 $ nach Bocas City – dem Anlaufpunkt der Inselgruppe Bocas del Toro – überzusetzen. Bocas City hat uns sehr enttäuscht. Es ist ein kleine, sehr schäbige Stadt, mit vollgemülltem Park. Sicherlich ist Bocas City nur der Touristen-Umschlagplatz – für die meisten geht es dann weiter zu den umliegenden Ressorts. Wir haben eine Nacht im Coconut Hostel geschlafen. Unsere erste Wahl wäre Casa Verde gewesen, dieses Hostel sollte man aber bereits früh buchen. Das Coconut Hostel ist sicher in Ordnung – 15$ pro Nacht und Kopf. Allerdings schon – wie generell ganz Bocas – komplett überteuert. Wir haben Bocas von allen mit denen wir gesprochen haben wärmstens empfohlen bekommen, haben aber festgestellt, dass es nicht das war, was wir uns unter einer Insel vorstellen.

Essen:

Pancake-Frühstück gab es im Hostel – aber von ein bis zwei pro Person einkalkulierten Pancakes mit halber Banane wird man nicht wirklich satt. Wir haben versucht zu dem einheimischen Essensstand „El Beso del Dragon“ zu gelangen, zu dem wir mehr als eine halbe Stunde hingelaufen sind, der hatte aber Abends schon zu. Am Ende haben wir doch lieber – auch überteuert – Essen eingekauft und im Hostel zubereitet.

Aktivitäten:

Die Wahl wäre auf die Red Frog Beach gefallen – für 7$ pro Kopf mit dem Bus-Boot hin. Aus Neugierde haben wir an anderen Wasser-Taxi-Ständen nach dem Preis gefragt und uns dann aber für eine Fahrt nach Isla Bastimentos entschieden: Für 5$ pro Person. Der Taxifahrer warnte uns vor Dieben auf der Insel, ebenfalls ein der Polizist vor Ort. Wir hatten aber zuvor auf Airbnb die kleine Organic Farm „Up the Hill“ recherchiert und uns für das Risiko entschieden – zum Glück. In Bastimentos angekommen, sind wir ungefähr 20 Minuten einen kleinen Trampelpfad den Inselberg hochgelaufen und haben ein wunderschönes, kleines Zuhause des Argentinisch-Irischen Pärchens Janette und Javi gefunden. Sie vermieten auch zwei Logdes. Zu empfehlen für Reisende, die ein paar einsame Tage im Dschungel einer Insel suchen. Dort haben wir auch erfahren, dass ein amerikanischer Surfer seinen Rucksack mit 3000$ am Strand unbeobachtet während dem Surfen liegen gelassen hatte – jemand hat dann wohl die Gelegenheit ausgenutzt. Seitdem also der schlechte Ruf der Insel. Aber eigentlich ist sie nicht wirklich gefährlich. Wir sind dann ca. eine halbe Stunde von Up the Hill einen sehr abenteuerlichen Weg zur Wizzard Beach gewandert – ein perfekter, einsamer Surfspot, den wir uns mit nur ein paar wenigen Surfern geteilt haben. Danach war es wirklich der perfekte Abschluss frisch gemachte Limonade, Milchkaffee und selbst gemachte Schoko-Trüffel, wieder oben bei Up the Hill angekommen, zu genießen.

In Bocas gelernt:

Ein Ruf muss nicht die Realität sein. Reisen heißt tatsächlich vor allem, sich selbst ein Bild machen zu können.

Ist ein Ort schon von amerikanischen Touristen entdeckt worden, wird er meist überteuert und amerikanisiert sein.

Wer nichts von Wert bei sich trägt, dem kann auch nichts geklaut werden. Besitz macht eben doch unfrei.