TIPPS:

Unterkunft:

Wer sich nicht mit wilden Vogelspinnen ein Revier teilen möchte, für den wird unser Dschungelerlebnis im Paradise Rainforest nicht zu empfehlen sein – für echte furchtlose Abenteuerer aber sehr! Zwei Tage haben wir mit unserer Vogelspinnenfreundin friedlich zusammengelebt, aber dann war sie uns doch am dritten Tag nicht mehr ganz so geheuer und Christoph hat sie dann für mich mit einem 1,50m langen Stock vom Balkon geschubst. Natürlich haben wir über unserer Matratze von Roberto ein Mückennetz gespannt bekommen, aber ganz ehrlich: Ich wollte einfach nicht aufwachen, weil eine Vogelspinne an meinen Füßen kitzelt. Ich liebe Tiere, aber Insekten? Geht so. Daher habe ich in der ersten Nacht zur Belustigung von Christoph, Panik vor Insekten außen auf dem Mückennetz geschoben und meinen Mumienschlafsack zum Ganzkörperkondom erklärt – nur noch meine Nase und meine Augen waren sichtbar. Aber zum Glück habe ich mich die folgenden Nächte an die vielen Insekten gewöhnt und natürlich war es auch viel zu heiß für einen Schlafsack. Elektrisches Licht gab es keines. Fließendes Wasser wird direkt vom Fluss in ein Rohrsystem gepumpt. Beim Öko-Plumps-Klo habe ich auch nur darauf gewartet, dass mich früher oder später ein Tier in den nackten Hintern beißt – aber zum Glück war meine Fantasie wilder als die Absichten der Tiere. Im Dschungel ist es generell sehr laut in der Nacht – Vögel, Affen und Grillen schreien um die Wette. Jeder Münchner Spießbürger würde wohl die Polizei rufen, würde er nachts im Dschungel nur mit Mückennetz als Schutz übernachten müssen. Die Natur kennt eben keine aufgesetzten Ruhezeiten und ja die Paradise Rainforest Treehouses waren für uns beide ein ganz großartiges Naturerlebnis – mehr echter Dschungel in Costa Rica geht wohl nicht, auch wenn es nicht gerade leicht ist, dort hinzukommen. Wir waren einen ganzen Tag mit öffentlichen Busen unterwegs von Puerto Viejo de Talamaca bis Puerto Viejo de Sarapiqui, um dann mit einer abenteuerlichen Offroad-Pickup-Taxifahrt von einem 78-Jährigen endlich bei unserer Gastfamilie anzukommen. Rosa, Juan und ihre Söhne Roberto und Juan bewirtschaften Vorort das Land, sie bauen an was sie brauchen und handeln mit grünem Pfeffer. Alles, was dort steht und wächst ist in mühevoller Handarbeit der Familie entstanden.

Essen:

Rosa macht sehr leckeren Reis mit Bohnen. Allerdings was wir nicht wussten – in Costa Rica wird das jeden Tag gegessen. Reis mit Bohnen als Grundstock jeder Mahlzeit und dazu dann eine Beilage. Das kann nach drei Tagen zu einer Reis- und Bohnenübersättigung führen. Und jeden Tag zum Frühstück: Pfannkuchen mit Kaffee. Schwarz und mit sehr viel Zucker – Rosa hat sich sehr gewundert, dass wir den Kaffee lieber ohne Zucker wollten: “Das schmeckt doch nicht!”, hat sie immer wieder beteuert. Wir haben das erste Mal auf unserer Reise nicht selbst gekocht, das wäre auch nicht wirklich möglich gewesen. Die Treehouses sind nur mit einem Grill ausgestattet – den wir dafür genutzt haben, um die Monkey Pot Nuss zu rösten, die ein wenig an eine Mischung von Maroni und Salami schmeckt.

Aktivitäten:

Jeden Tag waren wir stundenlang mit Roberto im Dschungel unterwegs, haben wilde Dschungelfrüchte gegessen, mit Ton aus dem Fluss getöpfert, Vögel und andere wilde Tiere beobachtet und sehr viel über die Fauna und Flora in Costa Rica gelernt. Es waren sehr persönliche Spaziergänge, bei denen wir Hunderte von Fragen gestellt und mindestens genauso vielen Geschichten gelauscht haben. Kein Vergleich zu typischen Touri-Führungen in viel zu großen Gruppen.

Im Dschungel gelernt:

So wie bei Geo-Reportagen ist es nicht im Dschungel. Es springt definitiv nicht jede Minute ein neues gefährliches Tier aus dem Busch.