Wir sitzen also zum ersten Mal zusammen in einer über 100.000 kg schweren Boing 767 von Delta Airlines, die Christoph und mich nach New York bringen wird. Mit drei Jahren wurde ich mit dem Fliegen sozialisiert, seit dem ist für mich mit einem Flugzeug reisen gleichbedeutend zu erholsamen Schlaf. Ich kann gar nicht anders – sobald das Flugzeug abgehoben ist, brauche ich mein Kissen und meine Decke. Die inzwischen immer ausgefeiltere Unterhaltungsmediathek interessiert mich für höchsten einen Film in einer Pause zwischen zwei Schlafphasen.

Nicht so Christoph. Schon auf dem Weg zum Flughafen wird er aufgeregt – was er natürlich nicht zugibt, aber seine roten Nervositätsflecken im Gesicht verraten. “Das sind Pickel”, rechtfertigt er. Vor dem Check-in nimmt er dann statt der empfohlenen halben Bromazepam Tablette dann doch die Ganze.

Seit den 80er Jahren hat sich in der Flugzeugausstattung nicht so viel verändert, außer dass nun jeder einen eigenen Bildschirm vor sich hat. “Jetzt kann ich endlich die ganzen Actionfilme anschauen, die ich mit dir nicht anschauen darf”, erklärt mir Christoph und öffnet Alien and Cowboys. Bei der Hälfte schläft er ein. Zum nächsten Essen wache ich auf und stupse ihn an. “Was gibt es?” Er ist schlaftrunken. “Die Tabletten wirken überhaupt nicht. Kann ich noch eine?” Ich zeige ihm den Vogel.